Widerstand im Nationalsozialismus A-Z

Widerstand im Nationalsozialismus

Ruth Andreas-Friedrich

Infos zu dieser Widerstandskämpferin

Ruth Andreas-Friedrich Geburtsdatum/-ort: 23. September 1901, Schöneberg

Todesdatum/-ort: 17. September 1977, Gauting, Bayern

Zur Person und Art des geleisteten Widerstandes
Ruth Andreas-Friedrich war eine engagierte Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Schriftstellerin und Journalistin. Sie gründete die Widerstandsgruppe „Onkel Emil“, die verfolgten Menschen während des Krieges half, indem sie ihnen Unterschlupf bot und sie mit Nahrung und falschen Papieren versorgte.

Kurzbiografie
Ruth Frieda Mathilde Behrens wurde in eine bürgerliche Familie geboren. Ihr Vater, Max Adolf Behrens, war ein Offizier und später Direktor des Hauptversorgungsamts in Breslau. Ihre Mutter, Margarete Wilhelmine, geborene von Drewitz, entstammte ebenfalls einer Offiziersfamilie. Schon früh interessierte sich Ruth für Literatur und soziale Fragen, was durch ihre Mitgliedschaft in der Wandervogelbewegung verstärkt wurde. Nach ihrer Ausbildung als Wohlfahrtspflegerin und einem kurzen Intermezzo in der Buchhandelslehre, das sie abbrach, widmete sie sich dem Journalismus. Sie war zweimal verheiratet, zuerst mit Otto Andreas Friedrich, einem Unternehmer, und später mit Walter Seitz, einem Mediziner und ebenfalls Widerstandskämpfer. Ihre journalistische und schriftstellerische Tätigkeit nutzte sie, um politische und gesellschaftliche Missstände anzuprangern.

Ehrungen
Posthum wurde Ruth Andreas-Friedrich von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet. Zudem erinnern mehrere Gedenktafeln und eine Parkanlage in Berlin-Steglitz an ihr Wirken und ihren Mut.

Tagebuch
Ruth Andreas-Friedrich führte während des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit ein Tagebuch, das wichtige Einblicke in das tägliche Leben im Dritten Reich bietet. Ihre Aufzeichnungen sind ein wertvolles Zeugnis ihres Widerstands und der allgemeinen gesellschaftlichen Zustände. Sie veröffentlichte ihr Tagebuch erstmals 1947 unter dem Titel "Der Schattenmann" und später als "Schauplatz Berlin", welches die Jahre 1938 bis 1948 abdeckt.

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